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rakelka
Sono la tua morte
Rainer Maria Rilke

DIE ENGEL


Sie haben alle mьde Mьnde
und helle Seelen ohne Saum.
Und eine Sehnsucht (wie nach Sьnde)
geht ihnen manchmal durch den Traum.

Fast gleichen sie einander alle;
in Gottes Gдrten schweigen sie,
wie viele, viele Intervalle
in seiner Macht und Melodie.

Nur wenn sie ihre Flьgel breiten,
sind sie die Wecker eines Winds:
als ginge Gott mit seinen weiten
Bildhauerhдnden durch die Seiten
im dunklen Buch des Anbeginns.

ERRINERUNG

Und du wartest, erwartest das Eine,
das dein Leben unendlich vermehrt;
das Mдchtige, Ungemeine,
das Erwachen der Steine,
Tiefen, dir zugekehrt.
Es dдmmern im Bьcherstдnder
die Bдnde in Gold und Braun;
und du denkst an durchfahrene Lдnder,
an Bilder, an die Gewдnder
wiederverlorener Fraun.

Und da weiЯt du auf einmal: das war es.
Du erhebst dich, und vor dir steht
eines vergangenen Jahres
Angst und Gestalt und Gebet.

HERBST

Die Blдtter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gдrten;
sie fallen mit verneinender Gebдrde.

Und in den Nдchten fдllt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fдllt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Hдnden hдlt.

STURM

Wenn die Wolken, von Stьrmen geschlagen,
jagen:
Himmel von hundert Tagen
ьber einem einzigen Tag -:

Dann fьhl ich dich, Hetman, von fern
(der du deine Kosaken gern
zu dem grцЯesten Herrn
fьhren wolltest).
Deinen waagrechten Nacken
fьhl ich, Mazeppa.

Dann bin auch ich an das rasende Rennen
eines rauchenden Rьckens gebunden;
alle Dinge sind mir verschwunden,
nur die Himmel kann ich erkennen:

Ьberdunkelt und ьberschienen
lieg ich flach unter ihnen,
wie Ebenen liegen;
meine Augen sind offen wie Teiche,
und in ihnen flьchtet das gleiche
Fliegen.

ABEND

Der Abend wechselt langsam die Gewдnder,
die ihm ein Rand von alten Bдumen hдlt;
du schaust: und von dir scheiden sich die Lдnder,
ein himmelfahrendes und eins, das fдllt;

und lassen dich, zu keinem ganz gehцrend,
nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
nicht ganz so sicher Ewiges beschwцrend
wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt -

und lassen dir (unsдglich zu entwirrn)
dein Leben bang und riesenhaft und reifend,
so daЯ es, bald begrenzt und bald begreifend,
abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

DAS ABENDMAHL

Sie sind versammelt, staunende Verstцrte,
um ihn, der wie ein Weiser sich beschlieЯt
und der sich fortnimmt denen er gehцrte
und der an ihnen fremd vorьberflieЯt.
Die alte Einsamkeit kommt ьber ihn,
die ihn erzog zu seinem tiefen Handeln;
nun wird er wieder durch den Wald wandeln,
und die ihn lieben werden vor ihm fliehn.
Er hat sie zu dem letzten Tisch entboten
und (wie ein SchuЯ die Vцgel aus den Schoten
scheucht) scheucht er ihre Hдnde aus den Broten
mit seinem Wort: sie fliegen zu ihm her;
sie flattern bange durch die Tafelrunde
und suchen einen Ausgang. Aber er
ist ьberall wie eine Dдmmerstunde.

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Комментарии
2006-05-10 в 17:19 

Мне нравится.. Вот только умлауты на непонятно что изменены...

   

Когда-нибудь ты спросишь меня, что я люблю больше: свою жизнь или тебя? Я отвечу, что свою жизнь! Ты повернешься и уйдешь и никогда не узнаешь, что моя жизнь - Ты.

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